Mein Sonntag ...
Übermüdet und dennoch hellwach – so habe ich den Ostermorgen erlebt. Mit einer Gruppe von 20 Wachenden verbrachten wir in unserer Kirche die Osternacht. Ein Abendgebet zu Beginn, dann Impulse mit Gesang und Stationen zu jeder vollen Stunde und dazwischen: wachbleiben, meditieren, ruhen. Es ist ja beeindruckend, den Fluss der Nacht zu begleiten – zu Beginn noch den Autoverkehr vor der Kirche zu hören, später dann Krankenwagensirenen, zwischen drei und vier geheimnisvolle Stille, und schließlich das erste Vogelzwitschern. Wir stärkten uns mit heißem Tee und leckeren Honigbroten, bereiteten in der letzten Stunde den Morgengottesdienst vor. Mit dem ersten Licht kamen die Besucher; wir trugen das Osterlicht in die schummrige Kirche, sangen „Christus – Licht der Welt!“, erinnerten uns der Taufe und feierten Abendmahl. Dann prozessierten wir um die Kirche – mehr als hundert Osterchristen, die aus lautem Halse das Morgen und die Kraft der Auferstehung besangen: „Christ ist erstanden, von der Marter alle, des soll’n wir alle froh sein, Christ will unser Trost sein. Kyrie eleis.“ Halleluja!
Matthias Lemme