Mein Sonntag ...
Eigentlich ist es eine gute Idee. Wir wollen Fahrrad fahren, an diesem ersten richtig warmen Sonntag im Jahr. Und wir sind eingeladen – zu einem Frühlingsfest. Warum nicht beides miteinander verbinden und die knapp 15 Kilometer zum Fest strampeln? Macht stramme Waden, einen durchgepusteten Kopf und ein ökologisch gutes Gewissen gibt’s gratis dazu. Voller Energie treten wir in die Pedale. Die ersten zwei Kilometer geht’s durch grünes Naturschutzgebiet, neben uns plätschert ein Bach, auf einer Wiese steht ein Mann und spielt Trompete. Wie skurril, wir lachen. Doch bald klingt die Euphorie ab. Der Gegenwind ist stark. Unser Weg führt jetzt an einer Hauptverkehrsstraße entlang. Kinderanhänger und Babybauch behindern mehr als gedacht. Das Ziel scheint ewig entfernt. Noch wäre Zeit zum Umkehren. Holen wir vielleicht doch lieber noch das Auto? Wir fassen einen Plan: Diesen einen Berg vor uns schaffen wir noch und entscheiden dann. Der Berg ist hart. Aber oben angekommen freuen wir uns aufs Runterrollen. Und danach geht’s durch einen grünen Park. Wir machen ein Spiel daraus: Teilen den Weg in kleine Stücke. Freuen uns über jede Etappe. Und kommen endlich ans Ziel – zwar etwas wackelig auf den Beinen, aber sehr, sehr stolz.
Iris Macke