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		<title>Immer wieder Sonntag(s)</title>
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		<pubDate>Sun, 13 May 2012 13:24:27 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Andere Zeiten</dc:creator>
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		<description><![CDATA[„Ihr könnt mit gern das ganze Jahr über Geschenke machen, aber am Muttertag möchte ich bitte nichts haben!“ Meine Mutter ist eine Frau mit Prinzipien – von jeher. Sie fand den Muttertag schon immer doof, weil sie das Gefühl hatte, dass es ein Tag ist, an dem Kinder ihrer Mutter auf Kommando zeigen, dass sie [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>„Ihr könnt mit gern das ganze Jahr über Geschenke machen, aber am Muttertag möchte ich bitte nichts haben!“ Meine Mutter ist eine Frau mit Prinzipien – von jeher. Sie fand den Muttertag schon immer doof, weil sie das Gefühl hatte, dass es ein Tag ist, an dem Kinder ihrer Mutter auf Kommando zeigen, dass sie sie lieb haben. Im Grunde sollte aber jeder Tag im Jahr ein Muttertag sein… Ich verstand, was sie meinte, und beherzigte es.</p>
<p>Jetzt, wo ich selbst Mutter bin, sehe ich das ein bisschen anders. Ich mag diesen Tag. Wie habe ich es genossen, dass ich heute früh ausschlafen und mich an den gedeckten Frühstückstisch setzen durfte. Rund um meinen Teller lagen die selbst gebastelten Geschenke meiner Kinder, und ihre Augen leuchteten voller Spannung, als ich sie ausgepackt habe. War das herrlich, wie sie sich gefreut haben, dass ich mich so gefreut habe!</p>
<p>Als ich nach dem Frühstück ankündigte, dass ich nachmittags noch zu Oma fahren würde, staunten die Kinder: „Du hast doch heute Muttertag. Warum besuchst Du Oma?“ „Weil Oma heute auch Muttertag hat – sie ist schließlich <strong>meine</strong> Mutter.“  Das fanden alle lustig, dass der Muttertag ein Tag für Uromas, Omas UND Mütter ist – ein &#8220;Mehrgenerationentag&#8221; sozusagen. Also beschlossen alle mitzukommen, und wir überreichten unserer Mutter und Oma gemeinsam einen großen Hortensienbusch.</p>
<p>„Ich weiß ja, dass Du den Muttertag eigentlich nicht magst“, sagte ich ihr, &#8220;aber ich dachte mir…&#8221; „Ach“, winkte meine Mutter ab, „das passt eigentlich gerade richtig gut! Meine Hortensien vom Vorjahr sind alle eingegangen, zumindest die in den Kübeln.“</p>
<p>Jährliche Feiertage haben ja manchmal den Ruf, etwas, das eigentlich täglich selbstverständlich sein sollte, auf einen Tag im Jahr zu beschränken. Da mag was dran sein, aber mal ehrlich: Besser so, als dass die Dinge ganz in Vergessenheit geraten! Und jeder Muttertag kann ja auch ein neuer Anfang sein – für Kinder genauso wie für Mütter.</p>
<p><em>Ulrike Berg</em></p>
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		<title>Immer wieder Sonntag(s)</title>
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		<pubDate>Sun, 06 May 2012 12:10:32 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Andere Zeiten</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Es ist Wahl in Schleswig-Holstein und wir gehen hin. In der kleinen Grundschule im Dorf suchen wir das Wahlzimmer, machen unsere Kreuze&#8230; und schnuppern. Haben vielleicht alle Schulen das gleiche Putzmittel? Meine in Bielefeld roch damals zumindest genauso. Erinnerungen steigen auf&#8230; und bereichern den Rückweg. Wir schlendern nach Hause und ich erzähle von der Grundschullehrerin, [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Es ist Wahl in Schleswig-Holstein und wir gehen hin. In der kleinen Grundschule im Dorf suchen wir das Wahlzimmer, machen unsere Kreuze&#8230; und schnuppern. Haben vielleicht alle Schulen das gleiche Putzmittel? Meine in Bielefeld roch damals zumindest genauso. Erinnerungen steigen auf&#8230; und bereichern den Rückweg. Wir schlendern nach Hause und ich erzähle von der Grundschullehrerin, die Schifferklavier spielte und dazu so laut sang, dass der Lehrer der Parallelklasse manchmal stirnrunzelnd zur Klassentür hereinschaute. Von Uli dem Fehlerteufel, der – selbstgestrickt und etwas kratzig – bei dem auf dem Schreibtisch saß, der im Diktat die meisten Fehler hatte. Und wir diskutieren über soziale Netzwerke und wie hilfreich sie sind, wenn verschollene Mitschüler zum Klassentreffen geladen werden sollen. Wie schön ist es, einfach mal Zeit zum Schnacken zu haben. Und wenn es einen Lieblingstag zu wählen gäbe – ich würde mein Kreuzchen beim Sonntag machen!  </p>
<p><em>Iris Macke</em></p>
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		<pubDate>Mon, 30 Apr 2012 12:30:51 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Andere Zeiten</dc:creator>
				<category><![CDATA[Sonntagsblog]]></category>

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		<description><![CDATA[Nicht nur hinter dem Ofen sitzen Am Sonntag wurde in Eisleben die Taufkirche Martin Luthers wieder eröffnet. Frisch renoviert dient das gotische Gotteshaus künftig als ökumenisches „Zentrum Taufe“. Dies geschah schon im Blick auf das 500. Reformationsjubiläum im Jahr 2017. Für uns ein Grund, mal nachzufragen, was Luther eigentlich zum Sonntag sagt. Frage: Herr Dr. [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Nicht nur hinter dem Ofen sitzen</p>
<p>Am Sonntag wurde in Eisleben die Taufkirche Martin Luthers wieder eröffnet. Frisch renoviert dient das gotische Gotteshaus künftig als ökumenisches „Zentrum Taufe“. Dies geschah schon im Blick auf das 500. Reformationsjubiläum im Jahr 2017. Für uns ein Grund, mal nachzufragen, was Luther eigentlich zum Sonntag sagt.</p>
<p>Frage: Herr Dr. Luther, wozu brauchen wir noch den Sonntag?</p>
<p>Martin Luther: Wir halten Feiertage nicht um der verständigen und gelehrten Christen willen, denn diese bedürfen dessen zu nichts. Vielmehr tun wir es erstens auch um leiblicher Ursachen und Bedürfnisse willen. Denn die Natur lehrt und fordert für das einfache Volk, für Knechte und Mägde, die die ganze Woche ihrer Arbeit und ihrem Geschäft nachgegangen sind, dass sie sich auch einen Tag lang zurückziehen, um sich auszuruhen und zu erquicken.</p>
<p>Frage: Das könnte jeder für sich ja auch an verschiedenen Tagen haben. Sie betonen aber ja in Ihren Predigten und Veröffentlichungen auch den Gemeinschaftsaspekt des Sonntags, also dass man …-wie haben Sie es nochmal gesagt? </p>
<p>Martin Luther:  …dass man an einem solchen Ruhetag, weil man sonst nicht dazu kommen kann, Gelegenheit und Zeit hat, um am Gottesdienst teilzunehmen. Man soll also zusammenkommen, um Gottes Wort zu hören und sich damit zu beschäftigen, um dann auch Gott zu loben, zu singen und zu beten.</p>
<p>Frage: Könnte das nicht theoretisch auch ein anderer Tag sein – etwa der Samstag oder der Mittwoch?</p>
<p>Martin Luther: Eigentlich sollte das alle Tage geschehen, aber weil die große Menge das nicht einhalten kann, muss man doch wenigestens einen Tag in der Woche dafür auswählen. Weil aber dazu von altersher der Sonntag bestimmt ist, soll man’s auch dabei bleiben lassen, damit es nach einer einheitlichen Ordnung gehe.</p>
<p>Frage: Wie heilig sollte uns der Sonntag sein?</p>
<p>Martin Luther: Der Tag an und für sich bedarf keines Heiligens, er ist ja an und für sich schon heilig geschaffen. Gott aber will haben, dass er dir heilig sei. Somit wird er deinethalben heilig und unheilig, je nachdem, ob du etwas Heiliges oder Unheiliges an ihm treibst.</p>
<p>Frage: Schön gesagt –aber wie sieht das aus: etwas Heiliges treiben? </p>
<p>Martin Luther: Nicht so, dass man hinter dem Ofen sitzt und keine grobe Arbeit tut. Oder einen Kranz aufsetzt und seine besten Kleider anzieht. Sondern, wie gesagt, so, dass man Gottes Wort betreibt und sich darin übt. </p>
<p>Frage: Nun wird der Feiertagsschutz immer weiter ausgehöhlt – Geschäfte öffnen vielerorts auch am Sonntag, Menschen gehen shoppen, waschen ihre Autos undsoweiter. Das dritte Gebot „Du sollst den Feiertag heiligen“ bedeutet vielen Zeitgenossen offenbar nichts mehr. Sie sind ja bekannt für klare Worte: Bin ich ein Sünder, wenn ich am Sonntag einkaufen gehe?</p>
<p>Martin Luther: Es sündigen gegen dieses Gebot ja nicht allein die, die den Feiertag gröblich missbrauchen und entheiligen, wie zum Beispiel die, die in Wirtshäusern liegen und toll und voll sind wie die Säue. Sondern auch die andern, die Gottes Wort hören wie irgendeinen anderen Tand, sie kommen nur aus Gewohnheit zur Predigt und gehen wieder weg… </p>
<p>Frage: Dann lautet die Sonntags-Alternative also gar nicht unbedingt: Kirchgang oder Kaufhaus? </p>
<p>Martin Luther: Deswegen sage ich ja allezeit, dass unser ganzes Leben und Werk in Beziehung zum Wort Gottes stehen müssen, wenn es Gott gefällig oder heilig heißen soll. Wenn das geschieht, so ist dieses Gebot in Kraft und geht in Erfüllung.</p>
<p>(Anmerkung: Die Fragen stellte Thomas Kärst. Alle Antworten Luthers stammen wörtlich aus seinen Erläuterungen zum dritten Gebot im Großen Katechismus.)</p>
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		<title>Immer wieder Sonntag(s) &#8230;</title>
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		<pubDate>Sun, 22 Apr 2012 12:03:49 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Andere Zeiten</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Kombiniere! „Komm, ich zeig dir die Werkstatt“, sagt meine Freundin Susanne, die als Buchkünstlerin arbeitet. Eine halbe Stunde später trete ich in ein fantastisches Ambiente! Susannes Studio befindet sich in einem spätmittelalterlichem Gebäude mit dicken Mauern und dunklen, schweren Deckenbalken. Hätte ich nicht selber so ein schönes Büro, würde ich glatt neidisch werden. In dem [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Kombiniere!</p>
<p>„Komm, ich zeig dir die Werkstatt“, sagt meine Freundin Susanne, die als Buchkünstlerin arbeitet. Eine halbe Stunde später trete ich in ein fantastisches Ambiente! Susannes Studio befindet sich in einem spätmittelalterlichem Gebäude mit dicken Mauern und dunklen, schweren Deckenbalken. Hätte ich nicht selber so ein schönes Büro, würde ich glatt neidisch werden.</p>
<p>In dem alten Bau haben weitere Kreative ihre Arbeitsplätze. Sie alle verbindet, dass sie Texte noch einmal ganz anders als nur schlicht durch Buchstaben zum Sprechen bringen wollen. Was gibt es da nicht alles zu sehen! Die Skala reicht vom illustrierten Buch über unterschiedlichste Buchobjekte bis zu kleinen Installationen, die gar nicht mehr zwischen Buchdeckeln Platz finden würden. So hat ein angehender Künstler im Rahmen eines Projekts zum Thema Tod eine Trauerkutsche en miniature nachgebaut, so wie sie in früheren Jahrhunderten ausgesehen haben mag. Benutzt hat er dafür allerdings Plastikspielzeug und -figuren aus seinen Kindertagen – und tiefschwarz umgespritzt, was sonst knallbunt daherkommt. Manche Objekte, die in diesem Gemeinschaftsatelier zu sehen sind, werden aber mitunter auch genutzt, um direkt damit zu drucken. Auf einem Tisch liegt ein Buch, in dem die filigrane Schönheit von Eichen-, Buchen- und Ginkgoblättern eins zu eins aufs Papier gebracht worden ist. </p>
<p>An einem freien Stück Wand darüber hängt ein Zettel mit den Buchstaben „be“. Was mag damit wohl gemeint sein?, frage ich mich. Angeregt von der kreativen Atmosphäre, gehen meine Gedanken gleich in viele Richtungen. So ist „be“ zum Beispiel das Internet-Länderkürzel von Belgien. Die Buchstaben können auch für das Berliner Ensemble stehen &#8211; das berühmte, von Bert Brecht gegründete Theater am Schiffbauerdamm. Schließlich gibt es das englische Wort „to be“ auch im Imperativ. So wie im Werbeslogan der Bundeshauptstadt: „be Berlin“ – „Sei Berlin“!</p>
<p>Ich entscheide mich für das letztere: Das „be“ steht bestimmt für „Sei“ oder „Sei einfach“! Das klingt so schön existenzialistisch, denke ich &#8211; bis mein Auge zwei Meter weiter einen ähnlichen Zettel an der Wand erfasst. Darauf die Silbe „glau“.  </p>
<p>„Kombiniere!“, schießt es mir durch den Kopf: „Glaube“ kann sich auch aus scheinbar rätselhaften Botschaften unverhofft zusammenfügen.</p>
<p><em>Kai-Uwe Scholz</em></p>
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		<pubDate>Sun, 15 Apr 2012 14:19:52 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Andere Zeiten</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Buchgeschenk vom Papiercontainer Normalerweise werde ich etwas los, wenn ich am Wochenende Altpapier wegbringe. Manchmal aber bringe ich auch etwas mit zurück. In unserem Viertel hat es sich eingebürgert, Bücher nicht einfach durch den Containerschlund in den Bauch des metallenen Ungetüms zu entsorgen, sondern für interessierte Passanten obenauf auszulegen. &#8211; Vielleicht hat ja noch jemand [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Buchgeschenk vom Papiercontainer</p>
<p>Normalerweise werde ich etwas los, wenn ich am Wochenende Altpapier wegbringe. Manchmal aber bringe ich auch etwas mit zurück. In unserem Viertel hat es sich eingebürgert, Bücher nicht einfach durch den Containerschlund in den Bauch des metallenen Ungetüms zu entsorgen, sondern für interessierte Passanten obenauf auszulegen. &#8211; Vielleicht hat ja noch jemand Lust, das eine oder andere zu lesen. </p>
<p>Meistens finde ich da nichts. Aber was da so liegt, schaue ich trotzdem an. So auch diesmal. Ach nee, dachte ich schon: ein „Thriller“ mit dem Titel „Das Paulusevangelium“, ein Roman mit dem Titel „Die Schnäppchenjägerin“ und ein Sachbuch der Verbraucherzentrale über „Betriebliche Altersvorsorge“ – das ist nix. Doch hatte mein Blick auch einen großformatigen Band mit einem Interieurfoto und der Überschrift „Shaker“ gestreift. Schon hielt ich ihn in der Hand. Darin abgebildet: Innenräume, Möbel und Gebrauchsgegenstände von sagenhafter Schlichtheit und Schönheit. Alles mit unendlicher Sorgfalt und Sinn für die rechten Proportionen aus Naturmaterialien gefertigt – aus Holz und aus Stroh, aus Wachs oder Flachs. Und jedes Bild wie ein Stillleben!</p>
<p>Die Shaker waren eine im 18. Jahrhundert gegründete christliche Glaubensgemeinschaft in den USA, lese ich – nicht zu verwechseln mit den so genannten Amischen. Die Bezeichnung „Shaker“ rühre von einem ekstatischen Schütteltanz her, den die Gläubigen zur Ehre Gottes praktizierten. Doch so wild ihr rituelles Gotteslob ausfiel – so sehr war ihre Arbeit im Alltag und ihr handwerkliches Tun durch eine ruhige Hand bestimmt. Steter Fleiß, strenge Ordnung und höchste Produktqualität galten ihnen als gottgefällig. </p>
<p>So sind die Möbel der Shaker noch heute berühmt, auch wenn sie selbst inzwischen als so gut wie ausgestorben gelten müssen. Da die Shaker ehelos lebten, wurden ihre einst so blühenden Gemeinden immer kleiner und verschwanden schließlich ganz. Um so mehr muss ihre Wohn- und Produktkultur als einzigartiger Beitrag zur Kunstgeschichte gewürdigt werden, der auf die funktionale, von allem Überflüssigen befreite Formensprache der Moderne vorausweist. </p>
<p>Als ich meinen Buchfund vom Altpapier am Wochenende gemeinsam mit meinem kleinen Sohn anschaute, wurde uns angesichts der Stille und Ordnung, die aus den mit viel Freiraum und Leere ausgestatteten Räumen spricht, ganz schön feiertäglich zumute. Was für ein überraschendes Geschenk! Welch herrliches Sonntagsvergnügen!</p>
<p><em>Kai-Uwe Scholz</em></p>
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		<title>Immer wieder Sonntag(s)</title>
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		<pubDate>Sun, 01 Apr 2012 09:24:34 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Andere Zeiten</dc:creator>
				<category><![CDATA[Sonntagsblog]]></category>

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		<description><![CDATA[Ämtertausch in Taufgesellschaft Wahnsinnig wuchtig ist er, der Taufstein in meiner Gemeindekirche. Eigentlich passt der schwere Brocken aus grauem gotländischem Kalkstein, entstanden im 13. Jahrhundert, gar nicht so recht in die lichte Eleganz des backsteinernen Barockgebäudes. Kein Wunder: Der massige Taufstein ist aus dem Vorgängerbau übernommen worden. Nach dem Gottesdienst nahm eine Mutter mit Kind [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Ämtertausch in Taufgesellschaft</p>
<p>Wahnsinnig wuchtig ist er, der Taufstein in meiner Gemeindekirche. Eigentlich passt der schwere Brocken aus grauem gotländischem Kalkstein, entstanden im 13. Jahrhundert, gar nicht so recht in die lichte Eleganz des backsteinernen Barockgebäudes. Kein Wunder: Der massige Taufstein ist aus dem Vorgängerbau übernommen worden. </p>
<p>Nach dem Gottesdienst nahm eine Mutter mit Kind das Steinbecken genauer unter die Lupe. „Wir wollten uns schon mal die Kirche anschauen“, sagte die Mutter – Fiona – beim Kaffee nach dem Gottesdienst: Hier solle ihre Kleine – Lina – bald getauft werden. Dass es keine Säuglings-, aber eine Kindertaufe werden würde, sah ich: Lina lief fröhlich zwischen den Tischen im Kirchencafé herum. Dort gab es auch Kekse.  </p>
<p>In den beiden großen Konfessionen ist die Kindertaufe üblich, weil die Kleinen gleich zu Beginn ihres Lebens von dem großen „Ja“ Gottes in Empfang genommen werden sollen. Die Paten sollen die Kinder dann in ihrem Glaubensprozess führen und festigen – bis sie bei Firmung oder Konfirmation selber mit einem „Ja“ antworten können. </p>
<p>Eine Erwachsenentaufe würde es auch geben, erfuhr ich von Fiona – und zwar am selben Sonntag in der gleichen Taufgesellschaft. Denn Linas Patentante müsse sich selbst erst einmal taufen lassen, um das Amt übernehmen zu können. </p>
<p>„Auch schön“, dachte ich bei mir – und musste lächeln: Eigentlich ist es ja das Amt der Großen, die Kleinen zu einem Teil der Gemeinde zu machen. Aber es geht natürlich auch umgekehrt … </p>
<p><em>Kai-Uwe Scholz</em></p>
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		<title>Immer wieder Sonntag(s)&#8230;</title>
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		<pubDate>Sun, 25 Mar 2012 17:42:33 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Andere Zeiten</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Hamburg. Am Sonntag gibt es freundliches und schönes Wetter mit viel Sonnenschein in Hamburg. Dazu kühlt sich die Luft in den Frühstunden auf 5 Grad ab und erwärmt sich tagsüber bis auf 17 Grad. Dazu weht ein schwacher Wind aus Nordwest. Das erste Mal.. … Mittagsschlaf auf der Liege Das erste Mal… … grillen mit [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Hamburg. Am Sonntag gibt es freundliches und schönes Wetter mit viel Sonnenschein in Hamburg. Dazu kühlt sich die Luft in den Frühstunden auf 5 Grad ab und erwärmt sich tagsüber bis auf 17 Grad. Dazu weht ein schwacher Wind aus Nordwest.</p>
<p>Das erste Mal..<br />
                   … Mittagsschlaf auf der Liege</p>
<p>Das erste Mal…<br />
                   … grillen mit Freunden im Garten</p>
<p>Das erste Mal..<br />
                  .. versuchen, Vogelstimmen zu erraten </p>
<p>Das erste Mal…<br />
                   … rote Wangen von der Sonne kriegen </p>
<p>Das erste Mal…<br />
                   … Frühling riechen</p>
<p>Das erste Mal…<br />
                  …röhrt irgendwo ein Rasenmäher?</p>
<p>Mensch, es ist Sonntag! </p>
<p>Iris Macke </p>
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		<title>Immer wieder Sonntag(s)</title>
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		<pubDate>Sun, 18 Mar 2012 11:11:59 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Andere Zeiten</dc:creator>
				<category><![CDATA[Sonntagsblog]]></category>

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		<description><![CDATA[Was für ein schöner Sonntag! Woran erinnert dieser Satz, der erste unseres neuen Bundespräsidenten? Gewiss nimmt er ein persönliches Gefühl auf. Eventuell spielt er sogar auf den gleichnamigen Roman des spanischen Schriftstellers Jorge Semprun an, in dem dieser seine Erlebnisse im KZ Buchenwald reflektiert – wieder geht es um das Thema Freiheit und Unfreiheit. Aber [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Was für ein schöner Sonntag!</p>
<p>Woran erinnert dieser Satz, der erste unseres neuen Bundespräsidenten? Gewiss nimmt er ein persönliches Gefühl auf. Eventuell spielt er sogar auf den gleichnamigen Roman des spanischen Schriftstellers Jorge Semprun an, in dem dieser seine Erlebnisse im KZ Buchenwald reflektiert – wieder geht es um das Thema Freiheit und Unfreiheit. Aber Joachim Gauck bezieht sich mit dem Satz auf die ersten freien Wahlen zur DDR-Volkskammer am 18. März 1990. Und damit erinnert er daran, was ein Sonntag eben auch ist: ein Tag der politischen Gemeinschaft aller Staatsbürger. </p>
<p>Ohne einen gemeinsamen freien Tag wäre die Demokratie ärmer, vielleicht sogar unmöglich. Denn sie lebt davon, dass Menschen zusammenkommen und über Politik reden. Zum Wahllokal gehen. Gemeinsam das Ergebnis feiern oder bedauern. </p>
<p>Gestern konnten wir „Normalbürger“ nicht wählen, das blieb den Männern und Frauen der Bundesversammlung vorbehalten. Aber wir konnten vor dem Bildschirm dabeisein. Wir haben zu Hause gemeinsam ferngesehen, unsere Meinungen über den neuen Präsidenten ausgetauscht und über den alten, haben die Reden gehört und die anschließenden Kommentare. Den Kindern haben wir erklärt, was ein Präsident ist und warum wir keinen König oder Kaiser mehr haben. </p>
<p>Und so ist der Sonntag nicht nur frei, sondern macht auch frei: Nämlich für die Angelegenheiten des Gemeinwesens. Und damit ist er erst recht ein Tag der Freiheit. </p>
<p><em>Thomas Kärst</em></p>
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		<title>Immer wieder Sonntag(s)</title>
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		<pubDate>Sun, 11 Mar 2012 11:08:03 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Andere Zeiten</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Schummriges Dunkel umfing mich, als ich die Ausstellung tief unten in den Gewölben des Berliner Bodemuseums betrat. Aus Vitrinen leuchtete es golden hervor. „Schätze des Glaubens“ &#8211; Meisterwerke aus dem Hildesheimer Dom-Museum und dem Berliner Kunstgewerbemuseum werden hier noch bis Anfang nächsten Jahres präsentiert. Fein ziselierte Scheibenkreuze protzen mit dicken Edelsteinklunkern. Aus kostbaren Armreliquiaren wachsen [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Schummriges Dunkel umfing mich, als ich die Ausstellung tief unten in den Gewölben des Berliner Bodemuseums betrat. Aus Vitrinen leuchtete es golden hervor. „Schätze des Glaubens“ &#8211; Meisterwerke aus dem Hildesheimer Dom-Museum und dem Berliner Kunstgewerbemuseum werden hier noch bis Anfang nächsten Jahres präsentiert. Fein ziselierte Scheibenkreuze protzen mit dicken Edelsteinklunkern. Aus kostbaren Armreliquiaren wachsen silberne Hände hervor. Vom Kopf einer Madonnenfigur fällt goldenes Haar in dicken Flechten bis zur Rückenmitte. Die so genannte Taufschale von Kaiser Friedrich I. Barbarossa macht über und über geschmückten und verzierten Abendmahlsgeräten Konkurrenz.  </p>
<p>Wie weit von der historischen Wirklichkeit entfernt und wie unendlich überhöht das alles ist, dachte ich bei mir und schüttelte fast schon den Kopf. Da weckte mich eine helle Stimme aus dem Sinnieren und brachte die Dinge zum Sprechen. In einer Ecke des Raums hatte ein Kunsthistoriker seine Zuhörer versammelt und trug mit ungewöhnlicher Verve und Klarheit vor. Viel von dieser Schmuckwut ziele auf das herrliche Bild des Himmlischen Jerusalem in der Offenbarung des Johannes, meinte er – Zitat: „Und ihr Mauerwerk war aus Jaspis und die Stadt aus reinem Gold“. Dazu müsse man wissen, fuhr er fort, dass der Glanz des Goldes im Mittelalter gleichsam als Abglanz aufgefasst wurde: Am Seienden glänzt der göttliche Ursprung auf – dies sei beim Edelmetall besonders sichtbar. Diese Auffassung habe wiederum habe mit der Lichttheologie des Kirchenvaters Augustin zu tun, der Gottes Wesen in einer Analogie erläutert: Gott sei für das Sein wie das Licht für die Dinge – ohne selber sichtbar zu sein, lasse das Licht alles sichtbar werden.</p>
<p>Die Ausführungen waren so erhellend, dass ich nach dem Namen des so luzide Vortragenden fragte. Und doch war ich froh, als ich dem Keller wieder entstieg. Für einen Moment sah es draußen trotz der Prunkarchitektur der Museumsinsel ganz schön grau aus. Dann aber tanzte ein Sonnenstrahl über die Spree, ließ kleine Wellen blitzen und funkeln und tauchte die Spaziergänger in einen warmen Schein. Für einen kurzen Moment wurde er in der Wirklichkeit des Alltags sichtbar: der Glanz Gottes, den seine Schöpfung widerspiegelt.  </p>
<p><em>Kai-Uwe Scholz</em></p>
<p>Foto: Taufschale Barbarossas | commons.wikimedia.org</p>
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		<title>Immer wieder Sonntag(s)</title>
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		<pubDate>Sun, 04 Mar 2012 10:23:56 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Andere Zeiten</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Von Engeln und Teufeln War das eine Engel-Versammlung! Was für ein zusammengewürfelter Haufen! Unser flacher Kindergottesdienst-Altar war gesäumt von den unterschiedlichsten Engelskulpturen im Miniaturformat: aus Stroh, Holz, Plastik, Keramik, Glas und Metall; geflochten, geschnitzt, getöpfert, gepresst und gegossen. Eine von AIDS-Waisen in Südafrika aus Resten alter Blechdosen geschickt gebogene Engelfigur war ebenso dabei wie der [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Von Engeln und Teufeln</p>
<p>War das eine Engel-Versammlung! Was für ein zusammengewürfelter Haufen! Unser flacher Kindergottesdienst-Altar war gesäumt von den unterschiedlichsten Engelskulpturen im Miniaturformat: aus Stroh, Holz, Plastik, Keramik, Glas und Metall; geflochten, geschnitzt, getöpfert, gepresst und gegossen. Eine von AIDS-Waisen in Südafrika aus Resten alter Blechdosen geschickt gebogene Engelfigur war ebenso dabei wie der bronzene Segensengel von Andere Zeiten. Das Sammelsurium zeigte, was die Weihnachtskisten und Haushalte des Kindergottesdienst-Teams eben so hergegeben hatten. Die Skala reichte von geschmackvoll bis kitschig, von süßen Putten bis zur strengen Gestalt, die nur andeutungsweise als Engel zu erkennen war.   </p>
<p>„Das sieht aber lustig aus“, riefen die Kinder – und meinten das vielgestaltige Aussehen der Figuren. Das stimmte und war eine tolle Vorlage für das Kindergottesdienst-Thema. Es ging um Jesu Versuchung während seiner 40 Fastentage in der Wüste (Matthäus 4, 1–11), wo der Teufel Jesus am Ende die Weltherrschaft verspricht, wenn er ihn nur anbeten würde. Die Engel am Rand des Altars saßen und standen für den Schluss unseres kleinen Anspiels bereit, für den Moment, als Jesus allen Versuchungen widerstanden hatte: „Und siehe, da traten Engel zu ihm und dienten ihm“.</p>
<p>Davor ging es natürlich auch um die Frage, wie und in welcher Gestalt wohl der Teufel während seiner Einflüsterungen dahergekommen sei – und daherkommt. Wohl nicht als Schreckgespenst, Satan, Diabolos oder Beelzebub. Vielleicht schon eher als wandlungsfähiger Mephisto, als charming boy von gewinnendem Äußerem und verführerischer Überzeugungskraft. Vielleicht redet er sogar mit Engelszungen. </p>
<p>Ein befreundeter Künstler hatte für die verschiedenen Auftritte des Teufels  Pappfiguren gebastelt, die durchaus nicht alle teuflisch aussahen. Schon richtig: Der Teufel ist kein Pappkamerad. Aber beim Blick auf die Figurenlandschaft wurde klar: So wenig wie  Engel Männer mit Flügeln sein müssen, so wenig muss das Böse den gehörnten Gesellen mit Pferdefuß geben. Durch die Vielgestaltigkeit wurde die Gestalt ganz unerheblich. Bestimmt schauen jetzt alle Kinder genauer hin. Mit dem Bild vor Augen, wie scheinbar freundlich sich zuweilen die Versuchung gebärdet. Und mit der Frage im Hinterkopf, ob sich hinter vielen anderen Begegnungen nicht himmlische Boten verbergen könnten. </p>
<p><em>Kai-Uwe Scholz</em></p>
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